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50+1 bleibt: Was sich für die 2. Bundesliga ändern könnte

Oktober 7, 2026 · KlausHuber
50+1-Regel im deutschen Profifußball mit Bezug zur 2. Bundesliga und geplanter Reform

50+1 bleibt – aber die Regel wird umgebaut: Was sich für die 2. Bundesliga ändern könnte

Die 50+1-Regel soll im deutschen Profifußball erhalten bleiben. Gleichzeitig ist inzwischen klar, dass die bisherige Ausgestaltung nicht unverändert fortgeführt werden kann. Nach der abschließenden Bewertung des Bundeskartellamts haben die 36 Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga nun mit den Beratungen über die Zukunft der Regel begonnen.

Das Ziel ist kein Abschied von 50+1, sondern eine rechtssicherere und einheitlichere Lösung. Für die Vereine der 2. Bundesliga ist die Diskussion deshalb ebenso wichtig wie für die großen Clubs aus dem Oberhaus.

Warum die 50+1-Regel überhaupt verändert werden muss

Grundsätzlich schreibt 50+1 vor, dass der Mutterverein die Mehrheit der Stimmrechte an einer ausgegliederten Profiabteilung behalten muss. Investoren können sich finanziell beteiligen, sollen aber nicht die vollständige Kontrolle über einen Club übernehmen können.

Das Bundeskartellamt hat gegen dieses Grundprinzip keine grundlegenden Einwände erhoben.

Probleme sieht die Behörde jedoch bei der konkreten Anwendung. Besonders die bisherigen Ausnahmeregelungen und die Frage, wie offen Vereine für neue Mitglieder sein müssen, sollen klarer und einheitlicher geregelt werden.

Genau hier beginnt nun die schwierige Arbeit für den Ligaverband.

Auch die 2. Bundesliga muss einer Lösung zustimmen

Die Entscheidung wird nicht allein von einigen wenigen Spitzenclubs getroffen.

Alle 36 Vereine aus Bundesliga und 2. Bundesliga sind Mitglieder des Ligaverbands und müssen am Ende über die zukünftige Ausgestaltung entscheiden.

Im Dezember soll zunächst noch einmal grundsätzlich bestätigt werden, dass 50+1 ein zentrales Prinzip des deutschen Profifußballs bleiben soll.

Die eigentlichen Reformvorschläge sollen anschließend im ersten Halbjahr 2027 vorgelegt werden.

Damit beginnt eine Diskussion, die die Vereine noch mehrere Monate beschäftigen dürfte.

Warum die Ausnahmen besonders kompliziert sind

Ein zentraler Punkt sind die sogenannten Förderausnahmen.

In der Vergangenheit durften bestimmte Clubs von der normalen 50+1-Struktur abweichen. Genau dieses Nebeneinander aus einer Grundregel und Sonderfällen wird inzwischen als rechtlich schwierig angesehen.

Die Herausforderung besteht darin, eine Lösung zu finden, die für alle Clubs nachvollziehbar und einheitlich angewendet werden kann.

Ein Schnellschuss wäre riskant. Der Ligaverband warnt deshalb davor, vorschnell neue Regeln zu beschließen und damit möglicherweise neue Rechtsstreitigkeiten auszulösen.

Für Zweitligisten geht es auch um wirtschaftliche Chancen

Für Clubs der 2. Bundesliga ist 50+1 keineswegs nur ein theoretisches Thema.

Viele Vereine suchen zusätzliche Investoren, strategische Partner oder neues Kapital für Infrastruktur und Kaderentwicklung. Gleichzeitig spielt die starke Einbindung der Mitglieder gerade bei Traditionsvereinen eine wichtige Rolle.

Eine neue Ausgestaltung der 50+1-Regel muss deshalb zwei Ziele miteinander verbinden: wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen und gleichzeitig die Kontrolle der Vereine durch ihre Mitglieder schützen.

Genau diese Balance macht die Reform so kompliziert.

50+1 bleibt – die Details werden entscheidend

Eine Abschaffung der 50+1-Regel zeichnet sich derzeit nicht ab. Im Gegenteil: Die Liga hat sich erneut klar zum Grundprinzip bekannt.

Die entscheidende Frage lautet nun, wie die Regel künftig konkret aussieht.

Bis zum Sommer 2027 soll eine Lösung entstehen, die für Bundesliga und 2. Bundesliga einheitlich funktioniert und gleichzeitig rechtlich belastbarer ist.

Für den deutschen Profifußball könnte das eine der wichtigsten strukturellen Entscheidungen der kommenden Jahre werden.