2. Noch fünf Tage: Wo die 2. Bundesliga vor dem Deadline Day noch nachlegen könnte
Die Transferperiode geht in ihre entscheidende Phase. Nur wenige Tage bleiben den Vereinen der 2. Bundesliga noch, um ihre Kader für die Saison 2026/27 zu verändern. Während einige Klubs bereits früh wichtige Baustellen geschlossen haben, könnten andernorts die letzten Tage noch einmal Bewegung bringen. Gleichzeitig geht es nicht nur um Neuzugänge: Leistungsträger wie Mohamed Ali Zoma könnten selbst zum Transfer-Thema werden.
Die letzten Tage des Sommer-Transferfensters gehören traditionell zu den hektischsten des Jahres. Für die Vereine der 2. Bundesliga bedeutet das: Kader analysieren, auf Verletzungen und den Saisonstart reagieren und gleichzeitig mögliche Abgänge im Blick behalten.
Gerade nach den ersten beiden Ligaspielen und der ersten Runde des DFB-Pokals gibt es bereits erste Hinweise darauf, wo noch Handlungsbedarf bestehen könnte.
Nürnberg: Zoma halten und den starken Start absichern
Beim 1. FC Nürnberg richtet sich der Blick zunächst weniger auf einen spektakulären Neuzugang als auf die Zukunft von Mohamed Ali Zoma.
Der Angreifer startete mit drei Toren in die Saison und hat sich damit früh in den Mittelpunkt gespielt. Wie wir bereits berichtet haben, möchte Nürnberg den 22-Jährigen behalten. Bei einer außergewöhnlich hohen Offerte könnte die Situation vor dem Ende der Transferperiode allerdings noch einmal interessant werden.
Für den FCN wäre ein später Zoma-Abgang sportlich schwer aufzufangen. Die Mannschaft von Miroslav Klose hat einen starken Saisonstart hingelegt und Zoma besitzt eine zentrale Rolle in der Offensive.
Deshalb dürfte in Nürnberg in den letzten Transfertagen auch gelten: Nicht jeder erfolgreiche Deadline Day benötigt einen Neuzugang. Zoma zu halten wäre selbst ein wichtiges Signal.
Hertha reagiert bereits und holt Alfa-Ruprecht
Hertha BSC ist auf dem Transfermarkt bereits noch einmal aktiv geworden.
Die Berliner haben Farid Alfa-Ruprecht von Bayer Leverkusen ausgeliehen. Der Offensivspieler kehrt damit in die 2. Bundesliga zurück. Leverkusen hatte ihn nach seiner Zeit beim VfL Bochum zunächst zurückbekommen und anschließend nach Berlin verliehen. Der Wechsel ist im offiziellen Transfer Centre aufgeführt.
Für Hertha erweitert Alfa-Ruprecht die Möglichkeiten in der Offensive. Gerade in einer langen Zweitliga-Saison kann zusätzliche Geschwindigkeit und Konkurrenz auf den offensiven Positionen wichtig werden.
Ob die Berliner damit ihre Transferaktivitäten bereits abgeschlossen haben, werden die letzten Tage zeigen.
Cottbus verstärkt sich mit Leverkusen-Talent
Auch Energie Cottbus hat auf dem Transfermarkt noch einmal nachgelegt.
Mit Luca Erlein kommt ein Talent von Bayer Leverkusen auf Leihbasis nach Cottbus.
Für einen Aufsteiger ist Kaderbreite besonders wichtig. Die ersten Wochen der Saison zeigen häufig erst, wie groß der Unterschied zur neuen Spielklasse tatsächlich ist.
Cottbus hat deshalb einen anderen Ausgangspunkt als etwa Nürnberg: Hier geht es vor allem darum, genügend Qualität und Alternativen für eine lange Saison zur Verfügung zu haben.
Dresden baut weiter an seinem neuen Kader
Auch bei Dynamo Dresden war der Sommer von Veränderungen geprägt.
Mit Robert Wagner wurde unter anderem ein Spieler fest verpflichtet, der zuvor dem SC Freiburg gehörte. Dazu kam Kaan İnanoğlu von Eintracht Frankfurt.
Der deutliche Pokalsieg gegen Westfalia Rhynern zeigte zuletzt, dass Dynamo offensiv über verschiedene Optionen verfügt. Sechs verschiedene Spieler erzielten beim 6:0 die sechs Treffer.
In der Liga wartet auf Dresden allerdings weiterhin die deutlich wichtigere Prüfung. Die ersten Spieltage liefern deshalb die Grundlage dafür, ob der Klub auf einzelnen Positionen vor Transferschluss noch reagieren möchte.
Hannover: Wird nach dem Fehlstart noch reagiert?
Besonders interessant werden die letzten Tage bei Mannschaften, deren Saisonstart nicht nach Wunsch verlief.
Dazu gehört Hannover 96.
Der deutliche Pokalerfolg gegen Hemelingen brachte zwar Selbstvertrauen, ändert aber nichts daran, dass Hannover in der 2. Bundesliga einen schwierigen Start erwischt hat.
Gerade solche Situationen können kurz vor Transferschluss zu neuen Überlegungen führen. Dabei muss es nicht zwingend um einen großen Transfer gehen. Auch zusätzliche Konkurrenz oder mehr Kaderbreite auf einer bestimmten Position kann für eine lange Saison entscheidend werden.
Auch mögliche Abgänge bleiben ein Thema
Der Deadline Day funktioniert allerdings in beide Richtungen.
Zweitligisten müssen nicht nur überlegen, wen sie noch verpflichten wollen. Sie müssen gleichzeitig auf Angebote für ihre Leistungsträger vorbereitet sein.
Das Beispiel Mohamed Ali Zoma zeigt das besonders deutlich.
Ein Spieler kann innerhalb weniger Wochen vom wichtigen Bestandteil des Kaders zu einem begehrten Transferziel werden. Für sportlich ambitionierte Zweitligisten entsteht dadurch ein schwieriger Balanceakt: Eine hohe Ablöse kann wirtschaftlich attraktiv sein, ein später Abgang aber sportlich kaum noch kompensiert werden.
Genau deshalb könnten die letzten Tage des Transferfensters noch für Überraschungen sorgen.
Transfer-Endspurt trifft auf den 3. Spieltag
Hinzu kommt ein ungewöhnlich spannender Zeitpunkt.
Während die Transferperiode in ihre letzte Phase geht, steht bereits der 3. Spieltag der 2. Bundesliga bevor. Trainer müssen sich deshalb auf die nächsten Spiele vorbereiten, obwohl sich ihre Kader noch verändern können.
Für Spieler bedeutet das ebenfalls Unsicherheit. Ein Akteur, der am Wochenende noch in der Startelf steht, könnte wenige Tage später für einen anderen Verein spielen.
Der Sommer 2026 hat ohnehin bereits zahlreiche Wechsel hervorgebracht. Die offiziellen Transferübersichten zeigen, wie stark sich die Kader im deutschen Profifußball verändert haben.
Die letzten Tage könnten noch Bewegung bringen
Nicht jeder Zweitligist braucht zwingend noch mehrere neue Spieler. Nach zwei Spieltagen wäre es außerdem verfrüht, aus einzelnen Ergebnissen große Kaderprobleme abzuleiten.
Trotzdem beginnt jetzt die interessanteste Phase.
Hertha und Cottbus haben bereits noch einmal reagiert. Nürnberg kämpft vor allem darum, Zoma zu halten. Andere Vereine können die letzten Spiele nutzen, um endgültig zu entscheiden, ob ihr aktueller Kader für die kommenden Monate ausreicht.
Bis das Transferfenster geschlossen ist, dürfte deshalb noch Bewegung in die 2. Bundesliga Transfers 2026/27 kommen.

