Sieben Siege in Serie: Hertha greift jetzt nach einem historischen Zweitliga-Rekord
Hertha BSC hat den perfekten Saisonstart weiter ausgebaut. Nach dem 2:1 gegen Greuther Fürth stehen die Berliner bei sieben Siegen aus sieben Spielen und 21 Punkten. Damit führt die Mannschaft von Stefan Leitl die 2. Bundesliga weiterhin souverän an.
Inzwischen geht es aber nicht mehr nur um einen starken Start. Hertha nähert sich einer historischen Marke: In der Geschichte der 2. Bundesliga haben lediglich zwei Mannschaften eine Saison noch besser begonnen.
Am Freitag bei Holstein Kiel könnte Hertha bereits den nächsten Eintrag in die Rekordlisten schaffen.
Nur Hannover und Leverkusen starteten noch besser
Sieben Siege aus den ersten sieben Spielen sind in der 2. Bundesliga extrem selten.
Hannover 96 gewann in der Saison 1986/87 die ersten acht Partien. Bayer Leverkusen hält mit neun Siegen zum Auftakt der Saison 1978/79 bis heute den Rekord.
Für Hertha bedeutet das: Ein Sieg bei Holstein Kiel würde die Berliner zunächst mit Hannover gleichziehen. Gewinnt die Mannschaft anschließend auch Spiel Nummer neun, wäre sogar der historische Bestwert von Bayer Leverkusen erreicht.
Bemerkenswert ist dabei noch etwas anderes: Sowohl Hannover als auch Leverkusen stiegen nach ihren damaligen Traumstarts am Saisonende auf.
Stefan Leitl war trotz des Sieges unzufrieden
Dass bei Hertha niemand die Kontrolle verlieren will, zeigte Stefan Leitl nach dem 2:1 gegen Greuther Fürth sehr deutlich.
Mads Pedersen und Paul Seguin sorgten mit ihren Treffern für den siebten Sieg, doch der Trainer war mit der Leistung seiner Mannschaft keineswegs zufrieden.
Vor allem der Auftritt vor der Pause gefiel Stefan Leitl nicht. Hertha hatte zwar Möglichkeiten, spielte aber nicht mit der Klarheit und Kontrolle, die der Trainer von einem Tabellenführer erwartet.
Genau diese Reaktion ist interessant. Hertha gewinnt inzwischen sogar Spiele, nach denen der eigene Trainer anschließend deutliche Verbesserungen fordert.
Hertha hat sich bereits ein Polster aufgebaut
Die perfekte Serie zeigt sich inzwischen deutlich in der Tabelle.
Hertha BSC hat nach sieben Spieltagen 21 Punkte und bereits sieben Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. Gleichzeitig profitierten die Berliner zuletzt davon, dass sich mehrere Verfolger in direkten Duellen gegenseitig Punkte abnahmen.
Damit entsteht früh in der Saison eine komfortable Ausgangslage.
Von einer Vorentscheidung im Aufstiegskampf kann natürlich keine Rede sein. Dafür ist die Saison viel zu lang. Doch jeder weitere Sieg erhöht den Druck auf Nürnberg, Heidenheim, Kaiserslautern und die anderen Verfolger.
Ausgerechnet Holstein Kiel wartet jetzt
Der nächste Gegner könnte auf dem Papier kaum unterschiedlicher dastehen.
Während Hertha jeden bisherigen Spieltag gewonnen hat, steckt Holstein Kiel nach einem schwierigen Saisonstart tief im unteren Tabellenbereich. Zuletzt verloren die Kieler mit 0:1 bei Eintracht Braunschweig.
Trotzdem dürfte Stefan Leitl genau vor diesem Spiel warnen.
Nach sieben Siegen wird Hertha von jedem Gegner als die Mannschaft wahrgenommen, die es zu schlagen gilt. Gleichzeitig hat das Fürth-Spiel gezeigt, dass der Tabellenführer nicht automatisch jedes Spiel dominiert.
Am Freitag geht es deshalb um mehr als nur drei weitere Punkte.
Hertha BSC kann mit dem achten Sieg in Serie einen der besten Saisonstarts der Zweitliga-Geschichte einstellen. Was vor wenigen Wochen noch wie ein außergewöhnlicher Lauf aussah, entwickelt sich langsam zu einer historischen Serie.


