Darmstadt in Texas: Was hinter der ungewöhnlichen USA-Reise der Lilien steckt
Der SV Darmstadt 98 nutzt die lange Länderspielpause für eine Reise, die mit dem normalen Zweitliga-Alltag nur wenig zu tun hat. Die Lilien sind derzeit in San Antonio im US-Bundesstaat Texas zu Gast und verbinden dort sportliche Vorbereitung mit internationaler Zusammenarbeit.
Vom 25. September bis zum 1. Oktober hält sich die Mannschaft in der Darmstädter Partnerstadt auf. Der sportliche Höhepunkt folgt am 29. September mit einem Freundschaftsspiel gegen San Antonio FC.
Für Darmstadt ist die Reise aber deutlich mehr als nur ein Testspiel.
Die Länderspielpause wird bewusst anders genutzt
Während viele Zweitligisten die spielfreie Zeit vor allem für Trainingseinheiten oder kurze Testspiele in Deutschland nutzen, hat sich Darmstadt für einen deutlich größeren Schritt entschieden.
Die zusammengelegte Länderspielpause bietet dafür einen seltenen Zeitraum. Trainer Florian Kohfeldt kann mit seiner Mannschaft weiterarbeiten, ohne unmittelbar auf das nächste Pflichtspiel schauen zu müssen.
Nach der deutlichen 1:5-Niederlage beim VfL Wolfsburg kommt die Unterbrechung sportlich durchaus gelegen. Darmstadt kann Abstand vom letzten Ergebnis gewinnen und gleichzeitig an den Themen arbeiten, die in den ersten Wochen der Saison noch nicht konstant funktioniert haben.
Die Reise nach Texas verändert dabei auch bewusst den normalen Trainingsalltag.
San Antonio ist mehr als ein zufälliges Reiseziel
Dass es ausgerechnet nach San Antonio geht, hat einen klaren Hintergrund.
Darmstadt und San Antonio verbindet eine Städtepartnerschaft. Auch auf Vereinsebene wurde die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren ausgebaut. San Antonio FC ist inzwischen ein Kooperationspartner des SV 98.
Das Freundschaftsspiel zwischen beiden Mannschaften soll diese Verbindung nun auch sportlich sichtbar machen.
Für den Zweitligisten eröffnet die Partnerschaft gleichzeitig Möglichkeiten außerhalb Deutschlands. Kontakte, gemeinsame Projekte und der Austausch von Know-how können langfristig eine Rolle spielen.
Testspiel gegen San Antonio FC als sportlicher Höhepunkt
Am Dienstag trifft Darmstadt auf San Antonio FC.
Für Kohfeldt ist die Partie eine interessante Gelegenheit, unterschiedliche Varianten auszuprobieren. Spieler, die zuletzt weniger Minuten erhalten haben, könnten Spielpraxis sammeln. Gleichzeitig kann das Trainerteam taktische Anpassungen unter Wettkampfbedingungen testen.
Das Ergebnis dürfte dabei weniger entscheidend sein als die Erkenntnisse für die kommenden Aufgaben in der 2. Bundesliga.
Nach der Rückkehr nach Deutschland wartet am 10. Oktober das Heimspiel gegen Energie Cottbus.
Bis dahin soll die Mannschaft wieder bereit sein, im Liga-Alltag anzugreifen.
Auch wirtschaftlich ist die Reise interessant
Die Reise besitzt neben dem sportlichen Teil auch eine wirtschaftliche Dimension.
Vertreter der Vereinsführung begleiten die Mannschaft und nehmen während des Aufenthalts an verschiedenen Veranstaltungen und Terminen teil. Gleichzeitig reist auch eine Delegation der Stadt Darmstadt nach San Antonio.
Für einen Zweitligisten ist eine solche internationale Präsenz nicht selbstverständlich.
Gerade deshalb kann die Reise für Darmstadt interessant sein. Der Verein präsentiert sich in einem Markt, in dem deutscher Fußball seit Jahren zunehmend wahrgenommen wird und baut gleichzeitig bestehende Beziehungen aus.
Was bringt die Reise für die Saison?
Sportlich wird sich der tatsächliche Wert des Aufenthalts erst nach der Rückkehr zeigen.
Die Mannschaft bekommt viel gemeinsame Zeit, kann konzentriert arbeiten und befindet sich mehrere Tage außerhalb des gewohnten Umfelds. Solche Reisen können auch für die Entwicklung innerhalb einer Mannschaft wichtig sein.
Entscheidend bleibt jedoch, was Darmstadt anschließend daraus macht.
Nach sechs Spieltagen befindet sich die Saison noch in einer frühen Phase. Die kommenden Wochen werden zeigen, in welche Richtung sich die Lilien entwickeln.
Die Tage in Texas sollen dafür neue Energie liefern.
Für Darmstadt ist die USA-Reise damit gleichzeitig Trainingslager, Testspielreise und internationales Vereinsprojekt. Eine ungewöhnliche Länderspielpause – aber möglicherweise genau deshalb eine interessante Chance.


