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Nach Mannheim-Ausschreitungen: DFB ermittelt gegen FCK

September 28, 2026 · KlausHuber
Polizeieinsatz und Fanunruhen beim Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern

Nach Ausschreitungen in Mannheim: DFB ermittelt, FCK verschärft Maßnahmen

Die schweren Ausschreitungen rund um das DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern haben mehr als einen Monat nach der Partie weiterhin Konsequenzen. Der Deutsche Fußball-Bund hat inzwischen offiziell ein Ermittlungsverfahren gegen beide Vereine eingeleitet. Gleichzeitig hat der FCK erste konkrete Maßnahmen vorgestellt, mit denen ähnliche Vorfälle künftig verhindert werden sollen.

Das Derby am 21. August war sportlich mit einem 1:0-Sieg nach Verlängerung für Kaiserslautern geendet. In Erinnerung geblieben sind jedoch vor allem die Szenen auf den Rängen und rund um das Spielfeld.

DFB ermittelt gegen beide Vereine

Der DFB beschäftigt sich nun sportgerichtlich mit den Ereignissen. Sowohl der 1. FC Kaiserslautern als auch Waldhof Mannheim haben bereits Stellungnahmen eingereicht.

Welche Sanktionen am Ende ausgesprochen werden könnten, steht noch nicht fest. Der Verband hat bislang weder einen konkreten Zeitplan für eine Entscheidung genannt noch mögliche Strafen öffentlich eingegrenzt.

Damit bleibt für beide Vereine zunächst Unsicherheit.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen unter anderem der massive Einsatz von Pyrotechnik, Feuerwerkskörper in Richtung anderer Zuschauerbereiche und der Platzsturm von Mannheimer Anhängern.

35 Polizisten verletzt, 85 Menschen behandelt

Die Dimension der Vorfälle war erheblich.

Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt 35 Einsatzkräfte leicht verletzt. Darüber hinaus mussten 85 Fans medizinisch versorgt werden, acht Personen kamen in ein Krankenhaus.

Mehrere Menschen wurden festgenommen. Die Ermittlungen umfassen unter anderem mögliche Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruch, Angriffe auf Polizeibeamte und Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.

Rund 1.400 Polizisten waren bei dem Hochrisikospiel im Einsatz.

Die Partie selbst musste mehrfach unterbrochen werden. Besonders kritisch wurde die Situation nach Ablauf der regulären Spielzeit, als Feuerwerkskörper zwischen verschiedenen Bereichen des Stadions flogen und Zuschauer auf den Platz gelangten. Erst nach einer längeren Unterbrechung konnte die Verlängerung beginnen.

FCK kündigt schärfere Kontrollen an

Kaiserslautern hat inzwischen seine bisherige interne Aufarbeitung öffentlich gemacht.

Der Verein distanziert sich ausdrücklich von Gewalt, Bedrohungen und Handlungen, durch die andere Menschen gefährdet werden. Gleichzeitig will der FCK verhindern, dass die gesamte Fanszene wegen des Verhaltens einzelner Personen pauschal verurteilt wird.

Entscheidend sind jedoch die angekündigten Maßnahmen.

Die Videoüberwachung im Stadion und im direkten Umfeld soll ausgeweitet werden. Zusätzlich plant der Verein intensivere Kontrollen vor und während der Spieltage, um das Einschleusen gefährlicher Gegenstände zu erschweren.

Stadionverbot, Dauerkartenentzug und Vereinsausschluss möglich

Bei identifizierten Personen will der FCK konsequenter vorgehen.

Neben Stadionverboten kommen nach Vereinsangaben auch der Entzug von Dauerkarten und bei Mitgliedern sogar ein Ausschluss aus dem Verein infrage.

Darüber hinaus prüft Kaiserslautern, ob finanzielle Schäden künftig gegenüber den verantwortlichen Personen geltend gemacht werden können.

Damit würde der Verein nicht nur sport- oder vereinsrechtlich reagieren, sondern möglicherweise auch versuchen, entstandene Kosten direkt von Verursachern zurückzufordern.

Aufarbeitung noch lange nicht abgeschlossen

Die Maßnahmen bedeuten allerdings nicht, dass der Fall damit beendet ist.

Neben den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft läuft weiterhin das sportgerichtliche Verfahren des DFB. Erst wenn dieses abgeschlossen ist, wird klar sein, welche Konsequenzen den FCK und Waldhof Mannheim auf Verbandsebene erwarten.

Für Kaiserslautern geht es gleichzeitig um mehr als mögliche Geldstrafen.

Der Verein muss versuchen, die besondere Fankultur auf dem Betzenberg zu erhalten und gleichzeitig deutlich zu machen, dass gefährliche Pyrotechnik und Gewalt Grenzen überschreiten.

Die Bilder aus Mannheim haben gezeigt, wie schnell ein emotionales Derby außer Kontrolle geraten kann. Genau deshalb dürfte die Aufarbeitung den FCK noch einige Zeit beschäftigen.