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Hertha bleibt perfekt: Thorsteinsson dreht Dresden

September 19, 2026 · KlausHuber
Hertha BSC gewinnt 2:1 bei Dynamo Dresden und bleibt nach sechs Spieltagen weiter ohne Punktverlust

Sechs Spiele, sechs Siege: Thorsteinsson dreht Dresden – Herthas Lauf wird immer beeindruckender

Hertha BSC hat auch die bislang vielleicht unangenehmste Prüfung der Saison bestanden. Beim 2:1 in Dresden gerieten die Berliner früh in Rückstand, mussten sich in eine intensive Partie hineinarbeiten und brauchten bis zur 80. Minute für die Entscheidung. Am Ende steht trotzdem der sechste Sieg im sechsten Ligaspiel. Und wieder zeigt sich: Hertha gewinnt inzwischen nicht nur, wenn alles nach Plan läuft.

Dynamo startet mutig – und belohnt sich sofort

Dresden begann vor 29.122 Zuschauern ohne jede Angst vor dem Tabellenführer.

Bereits in der 10. Minute brachte Patrice Čović die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Besonders bemerkenswert: Für Čović war es der erste Startelfeinsatz – und ausgerechnet gegen den Klub, bei dem er ausgebildet wurde. Dynamo war in dieser Phase aggressiv, gewann viele zweite Bälle und zwang Hertha zu Fehlern im Aufbau.

Von einem Unterschied zwischen Tabellenführer und Kellerteam war zunächst wenig zu sehen.

Genau das machte den Abend für Hertha so anspruchsvoll.

Thorsteinsson bringt Hertha zurück

Berlin brauchte etwas Zeit, bekam die Partie aber zunehmend besser unter Kontrolle.

In der 29. Minute kam die Antwort. Josip Brekalo bereitete vor, Jón Dagur Þorsteinsson vollendete zum 1:1. Hertha benötigte dafür keine lange Druckphase, sondern nutzte eine ihrer klareren Situationen sofort.

Das ist inzwischen ein wiederkehrendes Merkmal dieser Mannschaft.

Hertha muss einen Gegner nicht über 90 Minuten dominieren. Die Berliner sind momentan vor allem in den entscheidenden Szenen effizient.

Dresden blieb trotzdem gefährlich und machte es dem Favoriten deutlich schwerer, als es die Tabelle vor dem Spiel vermuten ließ.

Hertha bleibt geduldig – Thorsteinsson trifft erneut

Nach der Pause entwickelte sich eine offene, intensive Begegnung.

Stefan Leitl reagierte früh und brachte Gustaf Nilsson für Sebastian Grønning. Dresden verteidigte weiter energisch, Hertha hatte mehr Spielkontrolle, fand aber lange keinen Weg zum zweiten Treffer.

Erst in der 80. Minute fiel die Entscheidung.

Wieder war es Þorsteinsson.

Der Isländer erzielte seinen zweiten Treffer des Abends und machte aus einem 0:1 ein 2:1 für Hertha.

Es war kein spektakulärer Kantersieg.

Vielleicht war genau das aber der interessanteste Teil dieses Erfolgs.

Hertha kann inzwischen jede Art von Spiel gewinnen

Die ersten sechs Spieltage erzählen mittlerweile eine bemerkenswerte Geschichte.

Hertha hat knapp gewonnen.

Hertha hat Gegner deutlich geschlagen.

Hertha hat einen 0:2-Rückstand gedreht.

Hertha hat in Unterzahl eine Führung verteidigt.

Und nun hat Hertha auch ein emotionales Auswärtsspiel gewonnen, in dem der Gegner früh vorne lag und lange auf Augenhöhe blieb.

Das ist die Entwicklung, die Stefan Leitls Mannschaft momentan von vielen Konkurrenten unterscheidet.

Hertha braucht kein perfektes Spiel, um drei Punkte mitzunehmen.

Historischer Start: 18 Punkte aus sechs Spielen

Durch das 2:1 kehrt Hertha an die Tabellenspitze zurück.

Sechs Spiele. Sechs Siege. 18 Punkte.

Damit stellt Berlin einen Zweitliga-Start ein, der seit Jahrzehnten nicht mehr gelungen war. Hannover 96 hatte 1985/86 ebenfalls die ersten sechs Spiele gewonnen; laut rbb hatte seitdem kein Zweitligist mehr 18 Punkte aus den ersten sechs Partien geholt.

Nürnberg hatte am Nachmittag vorgelegt und steht bei 16 Punkten.

Hertha antwortete wenige Stunden später.

Das Aufstiegsrennen beginnt sich damit immer deutlicher zu sortieren.

Für Dresden bleibt vor allem Frust

Dynamo kann aus diesem Spiel durchaus Positives mitnehmen.

Die Mannschaft versteckte sich nicht, führte früh und stellte den Tabellenführer lange vor Probleme.

Aber am Ende steht erneut nichts Zählbares.

Für Dresden ist es bereits die vierte Niederlage im sechsten Spiel.

Genau darin liegt derzeit der Unterschied zwischen beiden Mannschaften:

Dresden spielt phasenweise gut, bekommt dafür aber zu selten Punkte.

Hertha muss nicht immer gut spielen – und gewinnt trotzdem.

Nach sechs Spieltagen ist das vielleicht das deutlichste Zeichen dafür, wie weit diese Berliner Mannschaft inzwischen ist.