Hertha und Nürnberg ziehen davon: Beginnt der Aufstiegskampf schon zu zweit?
Nach sechs Spieltagen zeichnet sich an der Spitze der 2. Bundesliga ein interessantes Bild ab. Hertha BSC steht mit der perfekten Bilanz von 18 Punkten ganz oben, der 1. FC Nürnberg folgt mit 16 Zählern direkt dahinter. Erst dann kommt Heidenheim mit 13 Punkten. Noch ist die Saison jung, aber die ersten beiden beginnen sich bereits leicht vom Rest abzusetzen.
Die Frage ist deshalb berechtigt: Entwickelt sich das Aufstiegsrennen früher als erwartet zu einem Duell zwischen Hertha und Nürnberg?
Hertha gewinnt inzwischen auf jede Art
Bei Hertha beeindruckt vor allem die Konsequenz.
Sechs Spiele, sechs Siege, 17:7 Tore. Berlin ist das einzige Team der Liga, das noch keinen einzigen Punkt abgegeben hat.
Bemerkenswert ist dabei, wie unterschiedlich diese Siege zustande kamen. Hertha hat Gegner klar geschlagen, Rückstände gedreht und zuletzt auch schwierige Auswärtsspiele gewonnen, ohne dabei immer zu dominieren.
Das 2:1 in Dresden war dafür ein gutes Beispiel. Dynamo führte früh, Hertha fand lange nicht richtig ins Spiel und gewann am Ende trotzdem durch zwei Tore von Jón Dagur Thorsteinsson. Genau solche Partien entscheiden oft darüber, ob ein guter Saisonstart irgendwann zu einem echten Aufstiegsrennen wird.
Hertha wirkt im Moment nicht nur stark.
Die Mannschaft wirkt vor allem stabil.
Nürnberg bleibt direkt dahinter
Nürnberg macht es anders, aber nicht weniger überzeugend.
Der FCN steht bei 16 Punkten aus sechs Spielen und ist ebenfalls noch ungeschlagen. Die Bilanz: fünf Siege, ein Remis und 16:6 Tore.
Vor allem die letzten Wochen zeigen, wie sich die Mannschaft entwickelt hat.
Nach dem 2:2 in Kiel folgte ein 2:1 gegen Hannover und anschließend das knappe 1:0 in Karlsruhe. Nürnberg muss also längst nicht mehr vier Tore schießen, um Spiele zu gewinnen.
Das ist wichtig.
Gerade das 1:0 beim KSC war ein typischer Sieg einer Mannschaft, die gelernt hat, auch mit weniger spektakulärem Fußball drei Punkte mitzunehmen. Mohamed Alì Zoma erzielte dort bereits sein sechstes Saisontor und bleibt der auffälligste Einzelspieler des FCN.
Zwei Teams, zwei unterschiedliche Stärken
Die Zahlen liegen erstaunlich nah beieinander.
Hertha hat 17 Tore erzielt, Nürnberg 16. Beide besitzen eine Tordifferenz von +10. Hertha hat ein Gegentor mehr kassiert, dafür aber bislang jedes Spiel gewonnen.
| Team | Spiele | Siege | Remis | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|
| Hertha BSC | 6 | 6 | 0 | 17:7 | 18 |
| 1. FC Nürnberg | 6 | 5 | 1 | 16:6 | 16 |
| 1. FC Heidenheim | 6 | 4 | 1 | 14:12 | 13 |
Hertha wirkt momentan etwas reifer in engen Spielsituationen.
Nürnberg besitzt dafür eine sehr klare offensive Struktur und mit Zoma einen Spieler, der fast jede Woche den Unterschied machen kann.
Der Rest ist noch nicht weit weg
Von einem echten Zweikampf zu sprechen, wäre nach sechs Spieltagen trotzdem zu früh.
Heidenheim liegt nur drei Punkte hinter Nürnberg. Wolfsburg und Kaiserslautern stehen bei elf Punkten und können mit einer guten Serie schnell wieder näher herankommen.
Aber die ersten sechs Wochen haben trotzdem etwas gezeigt.
Hertha und Nürnberg haben sich bislang am wenigsten Fehler erlaubt.
Beide sind ungeschlagen.
Beide erzielen regelmäßig Tore.
Und beide gewinnen inzwischen auch Spiele, in denen nicht alles funktioniert.
Genau deshalb sieht die Tabelle derzeit nicht zufällig so aus.
Noch ist das Aufstiegsrennen offen.
Aber Hertha und Nürnberg haben sich bereits in eine Position gebracht, in der die Konkurrenz langsam anfangen muss, hinterherzulaufen.
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