Fünf Spiele, fünf Siege: Hertha gewinnt jetzt auch die schwierigen Spiele
Hertha BSC bleibt perfekt. Beim VfL Osnabrück gewann der Tabellenführer mit 3:1 und holte damit den fünften Sieg im fünften Saisonspiel. Das Ergebnis klingt souveräner, als die Partie tatsächlich war. Osnabrück hielt lange dagegen, bekam sogar die große Chance zum Ausgleich vom Elfmeterpunkt. Doch genau in diesen entscheidenden Momenten zeigte Hertha, warum der Saisonstart inzwischen mehr ist als nur eine gute Phase.
Osnabrück macht Hertha das Leben schwer
An der ausverkauften Bremer Brücke brauchte Hertha zunächst Zeit.
Osnabrück spielte mutig, intensiv und hatte schon in der ersten Hälfte Möglichkeiten. Robin Meißner profitierte beinahe von einem missglückten Rückpass von Josip Brekalo, scheiterte aber an Marius Gersbeck.
Auch Hertha kam zu Chancen, konnte sich aber lange nicht entscheidend durchsetzen. Zur Pause stand es 0:0.
Das war kein Spiel, in dem der Tabellenführer den Aufsteiger einfach überrollte.
Und genau deshalb wurde die zweite Halbzeit interessant.
Brekalo trifft wieder
Fünf Minuten nach Wiederbeginn fiel die Führung.
Nach einem Freistoß konnte Osnabrücks Torhüter Jonas Krumrey den Ball nicht sauber klären. Brekalo reagierte sofort und traf aus der Distanz zum 1:0.
Für den Hertha-Kapitän war es bereits das vierte Saisontor.
Doch damit war das Spiel längst nicht entschieden.
Zehn Minuten später bekam Osnabrück nach VAR-Eingriff einen Handelfmeter zugesprochen.
Meißner trat an.
Und plötzlich hätte das Spiel wieder komplett offen sein können.
Gersbeck wird zum entscheidenden Mann
Marius Gersbeck entschied die vielleicht wichtigste Szene des Nachmittags.
Der Hertha-Torhüter parierte Meißners Strafstoß in der 60. Minute und verhinderte damit das 1:1. Nur zehn Minuten später erhöhte Kevin Sessa nach einer Ecke auf 2:0.
Innerhalb weniger Minuten kippte die Partie vollständig.
Osnabrück hätte ausgleichen können.
Stattdessen lag der Aufsteiger plötzlich zwei Tore zurück.
VfL-Trainer Timo Schultz brachte es nach dem Spiel ziemlich genau auf den Punkt: Seine Mannschaft habe gut gespielt, Hertha sei in den entscheidenden Situationen aber effizienter gewesen.
Genau das ist momentan vielleicht Herthas größte Stärke.
Hertha braucht keine perfekte Leistung mehr
Vor einigen Wochen beeindruckte Berlin vor allem offensiv.
Das 4:1 gegen Heidenheim war dominant. Beim 5:3 in Braunschweig zeigte Hertha enorme Comeback-Qualitäten.
Zuletzt gegen Magdeburg musste die Mannschaft bereits deutlich mehr kämpfen.
Jetzt in Osnabrück wiederholte sich dieses Muster.
Hertha war nicht 90 Minuten klar besser. Der Gegner hatte Möglichkeiten. Es gab eine Phase, in der ein Ausgleich absolut möglich gewesen wäre.
Und trotzdem gewann Berlin.
Das unterscheidet einen guten Saisonstart von einem wirklich ernsthaften Aufstiegslauf.
Eine Mannschaft kann nicht jedes Wochenende dominieren.
Aber sie muss Spiele gewinnen, in denen nicht alles funktioniert.
Genau das tut Hertha inzwischen.
Osnabrück gibt sich nicht auf
Auch nach dem 0:2 war das Spiel nicht vorbei.
Jonathan Gómez verkürzte in der 82. Minute auf 1:2 und brachte die Bremer Brücke noch einmal zurück ins Spiel.
Osnabrück warf anschließend alles nach vorne.
Doch Hertha hielt stand.
In der Nachspielzeit setzte Farid Alfa-Ruprecht mit dem 3:1 den Schlusspunkt.
Für Osnabrück ist das Ergebnis deshalb etwas hart.
Der Aufsteiger spielte lange auf Augenhöhe, scheiterte aber in genau den Situationen, die in der 2. Bundesliga Spiele entscheiden.
Historischer Start wird immer ernster
Für Hertha bedeutet der Sieg dagegen eine weitere Bestmarke.
Fünf Spiele.
Fünf Siege.
15 Punkte.
Der beste Saisonstart der Vereinsgeschichte in Bundesliga und 2. Bundesliga. Gleichzeitig bleibt Berlin Tabellenführer und liegt zwei Punkte vor Nürnberg.
Natürlich ist die Saison noch jung.
Aber inzwischen ist es schwierig, Hertha nur als Überraschung zu betrachten.
Die Mannschaft gewinnt spektakulär.
Sie gewinnt nach Rückständen.
Sie gewinnt enge Spiele.
Und jetzt gewinnt sie auch auswärts bei einem unangenehmen Aufsteiger, obwohl sie zwischendurch ernsthaft wackelt.
Genau deshalb fühlt sich dieses 3:1 wichtiger an als das Ergebnis allein.
Hertha muss momentan nicht perfekt sein.
Hertha muss nur gewinnen. Und genau das passiert Woche für Woche.


