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Kiel wieder ohne Sieg: Warum der Druck nach dem 1:1 wächst

September 19, 2026 · KlausHuber
Holstein Kiel bleibt nach dem 1:1 gegen den VfL Osnabrück weiter ohne Saisonsieg

Wieder kein Sieg: Warum das 1:1 gegen Osnabrück den Druck auf Holstein Kiel erhöht

Holstein Kiel wartet weiter auf den ersten Saisonsieg. Gegen Aufsteiger VfL Osnabrück reichte es trotz Führung nur zu einem 1:1. Phil Harres brachte die KSV kurz vor der Pause per Elfmeter in Front, Jonathan Gómez glich in der 72. Minute aus. Danach musste Kiel nach Gelb-Rot für David Zec sogar noch in Unterzahl zittern. Für die Mannschaft von Tim Walter ist das Remis deshalb nicht nur ein weiterer verlorener Punkt – es verlängert vor allem eine Serie, die langsam unangenehm wird.

Osnabrück war zunächst sogar gefährlicher

Die erste Halbzeit passte nicht unbedingt zu einer Mannschaft, die dringend gewinnen musste.

Osnabrück wirkte zunächst aktiver und kam über Robin Meißner mehrfach gefährlich vor das Kieler Tor. Timon Weiner verhinderte mit zwei wichtigen Paraden einen Rückstand. Kiel selbst hatte seine beste Chance durch Adrian Kaprálik, dessen Schuss an die Unterkante der Latte ging.

Trotzdem ging Holstein kurz vor der Pause in Führung.

Ausgerechnet Jonas Krumrey, der von Kiel an Osnabrück ausgeliehen ist, brachte Gyan de Regt im Strafraum zu Fall. Harres verwandelte den Elfmeter sicher zum 1:0.

Das Tor kam zu einem perfekten Zeitpunkt.

Und genau deshalb wiegt es umso schwerer, dass Kiel diesen Vorsprung wieder aus der Hand gab.

Nach der Pause fehlt wieder die Konsequenz

Die Führung gab Holstein zunächst Sicherheit.

Kiel hatte nach Wiederbeginn mehr Kontrolle, stand höher und wirkte deutlich geordneter als in der ersten Hälfte. Eigentlich war das die Phase, in der die Mannschaft das Spiel hätte beruhigen müssen.

Stattdessen kam Osnabrück zurück.

Robin Meißner schickte Jonathan Gómez über links. Dessen Hereingabe wurde von Hiroki Sekine unglücklich abgefälscht und landete zum 1:1 im Tor.

Wenig später wurde die Situation noch schwieriger.

David Zec sah nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot. Kiel musste die Schlussphase mit zehn Mann überstehen.

Kiel hatte am Ende sogar Glück

Osnabrück bekam danach die große Chance, die Partie komplett zu drehen.

Daniel-Kofi Kyereh tauchte nach einer Kombination mit Konrad Faber frei vor Weiner auf, setzte seinen Kopfball aber knapp am Tor vorbei.

Für Kiel war das eine Szene, die zeigt, wie knapp die Lage inzwischen ist.

Ein Heimspiel gegen einen Aufsteiger, eine Führung zur Pause – und am Ende muss man froh sein, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben.

Der Druck wird größer

Holstein bleibt damit auch nach sechs Spieltagen ohne Sieg und ist weiterhin das einzige Team der 2. Bundesliga ohne Dreier.

Das ist inzwischen schwer nur mit Entwicklung zu erklären.

Vor dem Spiel hatte Tim Walter noch betont, dass Ruhe im Umfeld herrsche und der gemeinsame Weg nicht infrage gestellt werde. Nach einem weiteren Remis wird diese Haltung jedoch stärker getestet.

Kiel spielt nicht komplett schlecht.

Die Mannschaft hat Phasen, in denen sie Spiele kontrollieren kann.

Genau das macht die Situation aber so frustrierend.

Es fehlt nicht an Ansätzen. Es fehlt an Ergebnissen.

Und irgendwann wird aus Geduld automatisch Druck.