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Kaiserslautern ungeschlagen: Warum der FCK nach oben schauen darf

September 5, 2026 · KlausHuber
Kaiserslautern ungeschlagen - Warum der FCK nach oben schauen darf

Kaiserslauterns neue Generation zündet: Warum der FCK plötzlich nach oben schauen darf

Der 1. FC Kaiserslautern bleibt in der 2. Bundesliga ungeschlagen. Das 3:0 gegen Darmstadt war dabei mehr als nur der zweite Saisonsieg. Mario Sauer traf bei seinem Startelfdebüt, Thierry Tazemeta erzielte sein zweites Tor in Folge und Mergim Berisha setzte den Schlusspunkt. Während die neuen Gesichter auf dem Betzenberg immer wichtiger werden, verschärft sich die Krise beim Tabellenletzten aus Darmstadt.

Erst zwei Tore – und plötzlich drei in einem Spiel

Vor dem vierten Spieltag gehörte Kaiserslautern offensiv nicht gerade zu den spektakulärsten Mannschaften der Liga.

0:0 gegen Wolfsburg.
0:0 in Karlsruhe.
2:1 bei St. Pauli.

Nur zwei Treffer hatte der FCK in den ersten drei Ligaspielen erzielt. Gleichzeitig war aber schon eine Qualität erkennbar: Kaiserslautern war extrem schwer zu schlagen.

Gegen Darmstadt dauerte es erneut eine Weile, bis die Offensive ins Rollen kam.

Die größte Chance der Anfangsphase gehörte sogar den Gästen. Fabian Kunze brachte Noah Weißhaupt im Strafraum zu Fall und Darmstadt bekam einen Elfmeter. Doch Lance Duijvestijn setzte den Ball in der 29. Minute an die Latte und köpfte anschließend auch den Abpraller über das Tor.

Es sollte die große verpasste Gelegenheit der Lilien werden.

Mario Sauer braucht für sein Startelfdebüt nicht lange

Kurz vor der Pause zeigte Kaiserslautern dann, was momentan den Unterschied zwischen beiden Mannschaften ausmacht.

Darmstadt leistete sich eine Unsauberkeit, Semih Şahin legte im Strafraum quer und Mario Sauer erzielte in der 43. Minute das 1:0.

Eine besondere Geschichte.

Der 22-Jährige war erst Ende August vom FC Toulouse nach Kaiserslautern gekommen. Gegen Darmstadt stand er erstmals in der Startelf – und erzielte direkt sein erstes Tor für die Roten Teufel.

Damit ging der FCK mit einer Führung in die Kabine.

Nach der Pause wurde aus einem engen Spiel dann eine klare Angelegenheit.

Tazemeta wird immer wichtiger

Kaiserslautern erhöhte die Intensität und übernahm endgültig die Kontrolle.

Jean Zimmer? Marlon Ritter? Einer der etablierten Führungsspieler?

Nein.

Wieder war es einer der jungen Neuzugänge.

Thierry Tazemeta traf in der 64. Minute zum 2:0. Sein Abschluss wurde noch abgefälscht und war für Marcel Schuhen nicht mehr zu halten.

Für den erst 19 Jahre alten Österreicher war es bereits das zweite Tor in Folge.

Eine Woche zuvor hatte Tazemeta beim 2:1 auf St. Pauli getroffen. Nun legte er gegen Darmstadt nach.

Genau das macht den Saisonstart des FCK zunehmend interessant: Kaiserslautern ist nicht von einem einzigen Torjäger abhängig. Neue Spieler beginnen früh, Verantwortung zu übernehmen.

Trainer Torsten Lieberknecht hob nach der Partie genau diese schnelle Integration hervor und erklärte außerdem, seine Mannschaft habe speziell in der zweiten Halbzeit die Intensität mit und ohne Ball deutlich erhöht.

Aus defensiver Stabilität wird langsam mehr

Das Fundament des FCK bleibt trotzdem die Defensive.

Nach vier Spieltagen hat Kaiserslautern lediglich ein Gegentor kassiert.

Wolfsburg fand keinen Weg durch die Lauterer Defensive. Karlsruhe ebenfalls nicht. St. Pauli traf einmal. Darmstadt blieb nun wieder komplett ohne Tor.

Und diesmal kam die offensive Konsequenz dazu.

Kurz vor Schluss traf der eingewechselte Mergim Berisha noch zum 3:0 und machte aus einem kontrollierten Sieg ein deutliches Ergebnis.

Der FCK steht damit nach vier Spielen bei acht Punkten und 5:1 Toren.

Noch beeindruckender: Kaiserslautern ist weiterhin ungeschlagen.

Nach den beiden torlosen Unentschieden zum Auftakt hat die Mannschaft nun zweimal hintereinander gewonnen.

Das ist noch kein Grund, den FCK zum Aufstiegsfavoriten zu erklären. Aber die Richtung ist eindeutig positiv.

In Darmstadt wird die Lage dagegen ernst

Während Kaiserslautern nach oben schauen kann, entwickelt sich beim SV Darmstadt 98 langsam eine echte Krise.

Vier Spiele. Ein Punkt. Kein Sieg.

Noch problematischer ist die Offensive.

Nach dem 2:2 zum Auftakt gegen Kiel verlor Darmstadt 0:1 gegen Dresden, 0:1 gegen Hannover und jetzt 0:3 in Kaiserslautern.

Seit dem ersten Spieltag haben die Lilien damit kein einziges Ligator mehr erzielt.

Die Abgänge von Isac Lidberg nach Gladbach und Fraser Hornby nach Wolfsburg hinterlassen offensichtlich eine große Lücke im Angriff. Gegen Kaiserslautern war Noah Weißhaupt über die Außenbahn einer der wenigen Spieler, die überhaupt regelmäßig für Unruhe sorgten.

Trainer Florian Kohfeldt fand nach dem Spiel ungewöhnlich deutliche Worte.

Er bezeichnete die zweite Halbzeit als möglicherweise „eine der schlechtesten in zwei Jahren Darmstadt“, die er gesehen habe.

Das klingt nicht mehr nach einem Trainer, der lediglich von einem unglücklichen Saisonstart spricht.

Kaiserslautern bekommt plötzlich eine spannende Perspektive

Vier Spieltage reichen nicht, um eine Mannschaft zum Aufstiegskandidaten zu erklären.

Aber der FCK besitzt inzwischen einige Eigenschaften, die in einer langen Zweitliga-Saison enorm wertvoll werden können.

Die Mannschaft verliert kaum die defensive Ordnung. Sie hat erst ein Gegentor kassiert. Sie kann enge Spiele gewinnen. Und nun beginnen auch die Sommer-Neuzugänge, entscheidende Beiträge zu liefern.

Sauer trifft bei seinem Startelfdebüt. Tazemeta trifft zum zweiten Mal hintereinander. Berisha kommt von der Bank und macht das 3:0.

Das ist vielleicht die spannendere Geschichte dieses Nachmittags als das Ergebnis selbst.

Kaiserslautern hat nicht einfach Darmstadt geschlagen.

Der FCK beginnt zu zeigen, warum er in den kommenden Wochen auch für die Spitzengruppe der 2. Bundesliga interessant werden könnte.

Für Darmstadt gilt dagegen das genaue Gegenteil: Beim nächsten Heimspiel gegen Bielefeld geht es längst nicht mehr nur darum, eine gute Leistung zu zeigen. Der erste Sieg wird dringend benötigt.

1. FC Kaiserslautern – SV Darmstadt 98 3:0 (1:0)

Tore: Mario Sauer (43.), Thierry Tazemeta (64.), Mergim Berisha (90.+2).