„0,0 zufrieden“: Droht beim VfL Wolfsburg das Ende der Ära Maximilian Arnold?
Beim VfL Wolfsburg entwickelt sich die Situation um Maximilian Arnold zu einem der spannendsten Themen der aktuellen Zweitliga-Saison. Der Kapitän und Rekordspieler des Vereins hat seinen Stammplatz verloren und macht aus seiner Unzufriedenheit keinen Hehl.
Nach dem 4:1 im Testspiel gegen den TSV Havelse, in dem Maximilian Arnold über 90 Minuten spielen durfte, wurde der 32-Jährige ungewöhnlich deutlich. Mit seiner aktuellen Rolle sei er „0,0 zufrieden“. Eine Reservistenrolle entspricht nicht seinem eigenen Anspruch.
Damit steht Trainer Tobias Strobl vor einer schwierigen Entscheidung. Auf der einen Seite befindet sich ein Spieler, der seit 2011 für den VfL Wolfsburg aufläuft und wie kaum ein anderer für den Verein steht. Auf der anderen Seite möchte der neue Trainer seine Mannschaft nach sportlichen Kriterien aufstellen – unabhängig von Namen und Vergangenheit.
Maximilian Arnold hat seinen Stammplatz verloren
In der laufenden 2. Bundesliga stand Maximilian Arnold bislang nur einmal in der Startelf. Insgesamt kommt der Mittelfeldspieler lediglich auf vergleichsweise wenige Einsatzminuten.
Mit dieser Entwicklung hatte er selbst offenbar nicht gerechnet.
Arnold musste wegen hartnäckiger Leistenprobleme bereits gegen Ende der vergangenen Saison kürzertreten und konnte auch die Vorbereitung nicht vollständig absolvieren. Dass er anschließend zunächst langsam an die Mannschaft herangeführt werden würde, war nachvollziehbar.
Dass sich seine Rolle aber dauerhaft auf Kurzeinsätze reduzieren könnte, akzeptiert Maximilian Arnold offensichtlich nicht.
Der Kapitän ist überzeugt, der Mannschaft weiterhin einen Mehrwert geben zu können, und hat seine Position auch gegenüber Tobias Strobl deutlich gemacht.
Tobias Strobl setzt im Mittelfeld auf andere Lösungen
Der neue Wolfsburger Trainer setzt im defensiven Mittelfeld bislang vor allem auf Vinícius Souza. Auch andere Spieler haben in der aktuellen Hierarchie Vorteile gegenüber Maximilian Arnold.
Genau darin liegt die Brisanz.
Es geht nicht um eine kurzfristige Pause für einen angeschlagenen Routinier, sondern möglicherweise um eine grundlegende Veränderung im Wolfsburger Mittelfeld. Arnold war über Jahre praktisch gesetzt, übernahm Verantwortung und entwickelte sich zu einer der wichtigsten Identifikationsfiguren des VfL.
Nun muss er erstmals seit langer Zeit ernsthaft um seinen Platz kämpfen.
Dieter Hecking stellt den Verein über jeden Spieler
Auch Geschäftsführer Dieter Hecking hat sich inzwischen zur Situation geäußert.
Grundsätzlich begrüßt er, dass Maximilian Arnold mit seiner Rolle nicht zufrieden ist und um seinen Platz kämpfen möchte. Gleichzeitig machte Dieter Hecking aber deutlich, wo die Grenze liegt: Am Ende entscheidet der Trainer über die Aufstellung, und kein Spieler steht über dem Verein.
Damit liegt der Ball zunächst bei Arnold und Tobias Strobl.
Der Kapitän muss zeigen, dass er sportlich wieder an seinen Konkurrenten vorbeikommt. Der Trainer wiederum muss entscheiden, ob die Erfahrung und Qualität seines Rekordspielers für die Startelf wichtiger werden können.
Wird ein Winter-Wechsel plötzlich denkbar?
Noch spricht niemand von einem feststehenden Abschied. Trotzdem hat Maximilian Arnold selbst die Tür zumindest einen Spalt geöffnet.
Auf die Frage, was passieren könnte, falls sich seine Situation nicht verändert, antwortete er vielsagend, dass man dann sehen werde, was passiert.
Genau deshalb könnten die kommenden Wochen richtungsweisend werden.
Erobert Maximilian Arnold seinen Stammplatz zurück, dürfte sich die Diskussion schnell beruhigen. Bleibt der Kapitän jedoch dauerhaft Reservist, könnte spätestens im Winter eine Frage aufkommen, die in Wolfsburg vor wenigen Monaten kaum vorstellbar gewesen wäre:
Endet die Ära Maximilian Arnold beim VfL Wolfsburg tatsächlich früher als erwartet?


