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Mohamed Alì Zoma: Warum er für Nürnberg immer wertvoller wird

September 2, 2026 · KlausHuber
Mohamed Alì Zoma - Warum er für Nürnberg immer wertvoller wird

Vier Tore in drei Spielen: Warum Zoma für Nürnberg immer wertvoller wird

Mohamed Alì Zoma hat dort weitergemacht, wo er in der vergangenen Saison aufgehört hat. Vier Tore nach drei Spieltagen, Tabellenplatz eins mit dem 1. FC Nürnberg und zahlreiche Transferangebote: Der 22-Jährige gehört zu den auffälligsten Spielern der bisherigen Zweitliga-Saison. Jetzt hat der FCN eine wichtige Entscheidung getroffen – Zoma bleibt in Nürnberg.

Beim 4:1 gegen Arminia Bielefeld brauchte Zoma gerade einmal elf Minuten.

Der Angreifer bekam den Ball auf der linken Seite, setzte sich im Dribbling durch und vollendete zur frühen Nürnberger Führung. Es war bereits sein viertes Tor im dritten Ligaspiel der Saison 2026/27.

Die nackte Zahl ist beeindruckend. Noch interessanter ist allerdings die Entwicklung dahinter.

Vor gut einem Jahr kam Zoma als weitgehend unbekannter Spieler aus Italiens dritter Liga nach Nürnberg. Inzwischen ist er nicht nur Torjäger, sondern einer der wertvollsten Spieler im System von Miroslav Klose.

Und der FCN hat entschieden, dass daran zumindest in dieser Saison nichts geändert wird.

Vier Tore – aber völlig unterschiedliche Treffer

Zomas Saison begann mit einem Ausrufezeichen.

Beim 3:0 gegen Dynamo Dresden erzielte er sämtliche Nürnberger Tore. Er traf in der 9. Minute, unmittelbar vor der Halbzeit und erneut in der 75. Minute. Der Hattrick machte ihn sofort zu einer der großen Figuren des ersten Spieltags.

Gegen Greuther Fürth blieb er anschließend erstmals ohne eigenen Treffer.

Doch schon gegen Bielefeld folgte Nummer vier.

Dabei zeigte das Tor eine Qualität, die für Zomas Entwicklung besonders interessant ist. Er wartete nicht einfach im Strafraum auf eine Vorlage, sondern kreierte die Situation praktisch selbst.

Mit Tempo ging er von links ins Dribbling, setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch und vollendete.

Vier Tore nach drei Spielen sind deshalb nicht nur das Produkt eines Mittelstürmers, der momentan zufällig häufig richtig steht.

Mohamed Alì Zoma kann Situationen selbst herstellen.

Geschwindigkeit macht Zoma besonders gefährlich

Ein Blick auf seine aktuellen Leistungsdaten zeigt, warum Verteidiger Schwierigkeiten mit ihm bekommen.

Nach drei Spieltagen wurden für Zoma 47 Sprints und 150 intensive Läufe registriert. Seine bisherige Höchstgeschwindigkeit liegt bei 36,65 km/h. Zudem hat er bereits 13 Torschüsse abgegeben.

Gerade diese Kombination aus Beschleunigung, direktem Zug zum Tor und Abschlussqualität macht ihn für Nürnbergs Spiel so wertvoll.

Klose kann Mohamed Alì Zoma aus einer breiteren Ausgangsposition starten lassen. Sobald Räume entstehen, kann er diese mit seinem Tempo attackieren.

Das unterscheidet ihn von einem klassischen Strafraumstürmer.

Und es erklärt, warum seine Bedeutung nicht ausschließlich anhand seiner Tore bewertet werden sollte.

Gegen Bielefeld war Zoma auch am zweiten Tor beteiligt

Das 4:1 gegen Arminia liefert dafür direkt ein Beispiel.

Nach Zomas Führung erzielte Tim Janisch in der 22. Minute das 2:0. Auch an der Entstehung dieses Treffers war Zoma beteiligt. Später hatte er nach einer Janisch-Flanke sogar die Möglichkeit zu seinem zweiten Tor. In der zweiten Hälfte entstand nach einer weiteren Aktion über Mohamed Alì Zoma die Situation, aus der Adam Markhiyev schließlich zum 4:0 traf.

Das ist für Nürnberg fast genauso wichtig wie seine vier Tore.

Der FCN besitzt mit Mohamed Alì Zoma einen Spieler, auf den sich eine gegnerische Defensive konzentrieren muss. Dadurch entstehen wiederum Räume für Julian Justvan, Piet Scobel, Adam Markhiyev oder andere offensive Spieler.

Das Ergebnis sieht man inzwischen auch in der Gesamtstatistik.

Nürnberg hat nach drei Spieltagen bereits elf Tore erzielt.

Nach Angaben des Clubs hatte der FCN seit Einführung der eingleisigen Bundesliga noch nie elf Treffer in seinen ersten drei Zweitliga-Spielen erzielt.

Mohamed Alì Zoma ist also Nürnbergs bester Torschütze – aber er spielt gleichzeitig in einer Offensive, die längst nicht nur von ihm abhängig ist.

Vom Serie-C-Spieler zum 14-Tore-Stürmer

Die Entwicklung ist besonders bemerkenswert, wenn man etwas weiter zurückblickt.

Zoma kam 2025 aus der italienischen Serie C nach Nürnberg.

Seine erste Saison in der 2. Bundesliga beendete er bereits mit 14 Treffern. Innerhalb eines Jahres entwickelte er sich damit von einem vergleichsweise unbekannten Talent zu einem der interessantesten Offensivspieler des FCN.

Mohamed Alì Zoma selbst hat einen wichtigen Grund für diesen Fortschritt genannt.

In einem Interview mit dem Club erklärte er bereits im Frühjahr, dass Klose viel individuell mit ihm gearbeitet habe – insbesondere an Laufwegen, Positionierung und Abschluss. Gleichzeitig betonte er das Vertrauen, das er von Trainer und Mannschaft bekomme.

Die aktuellen Zahlen sprechen dafür, dass diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist.

14 Ligatore in seiner ersten Saison waren bereits stark.

Jetzt steht er nach nur drei Partien schon wieder bei vier.

Plötzlich steht eine 20-Millionen-Marke im Raum

Natürlich blieb diese Entwicklung anderen Clubs nicht verborgen.

Bereits nach Zomas Hattrick gegen Dresden berichtete die Sportschau über großes Interesse am Nürnberger Angreifer. Im Umfeld des Clubs wurde dabei eine Größenordnung von bis zu 20 Millionen Euro als mögliche Schmerzgrenze genannt.

Das ist eine enorme Summe für einen Spieler, der erst ein Jahr zuvor aus Italiens dritter Liga gekommen war.

Und genau hier zeigt sich, wie schnell sich Zomas Status verändert hat.

Vor einem Jahr war er ein Entwicklungsprojekt.

Heute muss Nürnberg darüber diskutieren, wie hoch ein Angebot sein müsste, damit ein Verkauf seines wichtigsten Offensivspielers überhaupt interessant wird.

Doch zumindest für diesen Transfersommer ist diese Diskussion beendet.

Nürnberg entscheidet: Zoma bleibt

Während des Spiels gegen Bielefeld sorgte Sportvorstand Joti Chatzialexiou für Klarheit.

Der FCN werde Mohamed Alì Zoma nicht abgeben. Die Entscheidung sei getroffen worden. Zoma selbst bestätigte nach dem Spiel ebenfalls, dass es zahlreiche Angebote gegeben habe, der Verein aber entschieden habe, dass er noch ein weiteres Jahr in Nürnberg bleiben soll.

Für Nürnberg ist das sportlich eine mindestens genauso wichtige Nachricht wie der 4:1-Sieg gegen Bielefeld.

Denn der Club führt nach drei Spieltagen die Tabelle an.

Miroslav Kloses Mannschaft hat neun von neun möglichen Punkten geholt und 11:3 Tore erzielt. Und nun steht fest, dass der erfolgreichste Nürnberger Torschütze Teil dieses Teams bleibt.

Interessant war allerdings Zomas Reaktion nach seinem Treffer gegen Bielefeld.

Der Angreifer verzichtete praktisch vollständig auf einen großen Torjubel. Angesichts der damaligen Transfergerüchte sorgte das sofort für Spekulationen. Klose wollte daraus jedoch nichts ableiten. Wenig später folgte ohnehin die klare Aussage des Vereins.

Damit dürfte zumindest kurzfristig Ruhe einkehren.

Zomas Wert für Nürnberg ist größer als eine Ablösesumme

Natürlich könnte ein Angebot im Bereich von 20 Millionen Euro für einen Zweitligisten wirtschaftlich enorm attraktiv sein.

Doch bei Mohamed Alì Zoma muss Nürnberg momentan zwei Arten von Wert gegeneinander abwägen.

Da ist zunächst der Transferwert.

Ein 22-jähriger Angreifer mit Tempo, Entwicklungspotenzial, 14 Toren aus der vergangenen Saison und nun vier Treffern nach drei Spielen besitzt offensichtlich einen erheblichen Marktwert.

Daneben steht aber sein sportlicher Wert für den FCN.

Und der könnte in dieser Saison noch größer sein.

Nürnberg hat einen perfekten Start hingelegt und sich damit zumindest frühzeitig in die Diskussion um die Aufstiegsplätze gebracht. Sollte die Mannschaft tatsächlich bis ins Frühjahr um die Bundesliga-Rückkehr spielen, kann ein Spieler wie Zoma den Unterschied zwischen einer guten und einer außergewöhnlichen Saison ausmachen.

Ein Verkauf hätte Geld gebracht.

Sein Verbleib erhält Nürnberg dagegen eine seiner wichtigsten sportlichen Waffen.

Klose bekommt seinen Unterschiedsspieler – und Zoma die nächste Entwicklungsstufe

Für beide Seiten kann die Entscheidung deshalb Sinn ergeben.

Nürnberg muss seine funktionierende Offensive nicht kurz nach Saisonbeginn neu aufbauen.

Klose behält einen Spieler, dessen Stärken genau zu seinem offensiven Ansatz passen.

Und Zoma bekommt die Möglichkeit, seine Entwicklung in einem vertrauten Umfeld fortzusetzen.

Die nächste Herausforderung besteht nun darin, das aktuelle Niveau über einen längeren Zeitraum zu bestätigen.

Vier Tore nach drei Spielen sind spektakulär.

Aber eine komplette Zweitliga-Saison ist lang. Gegner werden sich zunehmend auf Zomas Geschwindigkeit einstellen und versuchen, ihm Räume zu nehmen. Gerade dann wird interessant sein, ob er weitere Lösungen findet.

Die Voraussetzungen dafür scheinen vorhanden.

Vor einem Jahr war Mohamed Alì Zoma ein spannendes Talent aus der Serie C. Heute ist er Nürnbergs bester Torschütze, ein Spieler mit einem diskutierten Millionen-Preisschild und eine Schlüsselfigur des aktuellen Tabellenführers.

Vier Tore in drei Spielen erzählen deshalb nur einen Teil der Geschichte.

Der wichtigere Punkt ist: Je besser Zoma wird, desto wertvoller wird er für einen 1. FC Nürnberg, der plötzlich wieder größere Ziele verfolgen darf.