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Nürnberg Aufstiegskandidat? 13 Punkte nach fünf Spielen

September 11, 2026 · KlausHuber
Nürnberg im Max-Morlock-Stadion nach starkem Saisonstart mit 13 Punkten aus fünf Spielen

13 Punkte aus fünf Spielen: Nürnberg ist längst mehr als nur die Überraschung der Saison

Der 1. FC Nürnberg hat die nächste Antwort geliefert. Mit dem 2:1 gegen Hannover 96 holte der FCN den vierten Sieg im fünften Ligaspiel und steht nun bei 13 Punkten. Nach dem spektakulären Saisonstart, den vielen Toren und dem ersten kleinen Dämpfer beim 2:2 in Kiel stellt sich deshalb eine andere Frage als noch vor wenigen Wochen: Ist Nürnberg wirklich noch eine Überraschung oder inzwischen bereits ein ernsthafter Aufstiegskandidat? Die Leistung gegen Hannover spricht immer stärker für die zweite Variante.

13 Punkte sind kein Zufall mehr

Nach zwei oder drei Spieltagen lässt sich vieles mit Euphorie erklären.

Nach fünf Partien wird das schwieriger.

Nürnbergs Bilanz lautet jetzt:

5 Spiele
4 Siege
1 Unentschieden
0 Niederlagen
13 Punkte
15:6 Tore

Damit hat der Club seinen besten Saisonstart seit 26 Jahren noch einmal ausgebaut. Schon vor dem Hannover-Spiel waren zehn Punkte aus vier Partien die beste Nürnberger Ausbeute seit dieser Zeit. Nun steht der FCN sogar wieder an der Tabellenspitze, zumindest bis die Konkurrenz ihre Spiele des fünften Spieltags absolviert hat.

Entscheidend ist aber nicht nur die Zahl der Punkte.

Nürnberg gewinnt inzwischen auf unterschiedliche Art und Weise.

Gegen Dresden war es ein kontrolliertes 3:0. In Fürth und gegen Bielefeld zeigte die Mannschaft ihre offensive Wucht. In Kiel musste sie erstmals mit einem Rückschlag umgehen und holte zumindest noch einen Punkt.

Gegen Hannover kam nun ein weiterer Baustein hinzu: Der FCN konnte nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit noch einmal deutlich zulegen und ein enges Spiel durch eine starke zweite Hälfte auf seine Seite ziehen.

Klose sieht seine beste Halbzeit in Nürnberg

Das vielleicht wichtigste Signal kam nach der Pause.

Julian Justvan hatte Nürnberg bereits in der fünften Minute in Führung gebracht. Hannover antwortete nur drei Minuten später durch einen Handelfmeter von Lars Gindorf.

Danach entwickelte sich zunächst ein offenes Spiel. Marcel Hartel traf für Hannover die Latte, auf der anderen Seite verhinderte Torhüter Leo Weinkauf einen weiteren Treffer von Justvan.

Zur Pause stand es 1:1.

Was danach passierte, beeindruckte selbst Miroslav Klose.

Der FCN-Trainer sprach nach dem Spiel von der besten Halbzeit, die er seit seinem Amtsantritt in Nürnberg gesehen habe. Seine Mannschaft sei griffig gewesen und habe genau die Energie gezeigt, die er sehen wolle.

Das ist ein bemerkenswerter Satz.

Nicht nach einem 4:0 oder 5:1.

Sondern nach einem 2:1.

Denn die zweite Halbzeit zeigte etwas, das für den weiteren Saisonverlauf vielleicht wichtiger ist als ein weiteres Torfestival: Nürnberg konnte einen Gegner systematisch unter Druck setzen und das Spiel immer stärker in die gewünschte Richtung bewegen.

Zoma entscheidet schon wieder ein enges Spiel

Natürlich führt auch diesmal kein Weg an Mohamed Ali Zoma vorbei.

In der 65. Minute erzielte der 22-Jährige den entscheidenden Treffer zum 2:1. Es war bereits sein fünftes Ligator dieser Saison. Vor dem Spiel hatte Zoma vier der 13 Nürnberger Tore erzielt, nun kommt ein weiterer wichtiger Treffer hinzu.

Dabei ist nicht nur seine Torquote bemerkenswert.

Zoma entscheidet Spiele.

Schon in der vergangenen Saison hatte er beim 2:1-Heimsieg gegen Hannover das Siegtor erzielt. Im Rückspiel traf er beim 3:3 sogar doppelt. Hannover scheint ihm zu liegen, doch inzwischen reicht diese Erklärung nicht mehr aus.

Zoma ist zu einem der Unterschiedsspieler dieser Nürnberger Mannschaft geworden.

Er besitzt Tempo, kann Räume attackieren und ist inzwischen deutlich effizienter vor dem Tor. Mit einer gemessenen Spitzengeschwindigkeit von 36,65 km/h gehörte er bereits vor diesem Spiel zu den schnellsten Akteuren der gesamten Liga.

Für Nürnberg ist das enorm wertvoll.

Ein Aufstiegskandidat braucht Spieler, die enge Spiele entscheiden können.

Der FCN hat momentan mindestens einen davon.

Aber Nürnberg ist längst mehr als Zoma

Genau hier liegt der Unterschied zu einer Mannschaft, die lediglich von einem formstarken Stürmer getragen wird.

Nürnberg hat nach fünf Spielen bereits 15 Tore erzielt.

Justvan trifft. Adam Markhiyev hat sich offensiv eingeschaltet. Piet Scobel hat bereits wichtige Momente geliefert. Dazu kommen unterschiedliche Spieler, die Chancen vorbereiten und Räume für Zoma öffnen.

Vor allem aber wirkt die Mannschaft in ihrem Spiel gegen den Ball deutlich stabiler.

Gegen Hannover war der FCN nach der Pause aggressiver in den Zweikämpfen, gewann schneller zweite Bälle und zwang die Gäste immer häufiger zurück.

Dadurch entstand Zomas Siegtreffer nicht als isolierter Zufall.

Er war das Ergebnis einer Phase, in der Nürnberg das Spiel zunehmend kontrollierte.

Das unterscheidet diesen Sieg von einem glücklichen 2:1.

Der Kiel-Dämpfer hat Nürnberg nicht aus dem Rhythmus gebracht

Auch der Umgang mit dem 2:2 in Kiel ist interessant.

Dort verlor Nürnberg erstmals Punkte. Nach drei Siegen in Serie hätte daraus leicht ein erster kleiner Knick entstehen können.

Stattdessen reagierte der Club sofort.

Und genau solche Reaktionen sind häufig wichtiger als eine lange perfekte Serie.

Jede Mannschaft wird im Laufe einer Saison Punkte verlieren. Entscheidend ist, was danach passiert.

Nürnberg hat nach dem ersten Remis nicht begonnen, vorsichtiger zu spielen.

Die Mannschaft blieb offensiv, aggressiv und selbstbewusst.

Das spricht für eine gewisse Stabilität.

Wann wird aus einem guten Start ein Aufstiegsrennen?

Natürlich bleibt es nach fünf Spieltagen zu früh, Nürnberg zum sicheren Aufsteiger zu erklären.

Die Saison ist lang. Verletzungen, Formschwankungen und schwierige Phasen werden kommen.

Aber irgendwann muss man auch akzeptieren, was die Tabelle und die Leistungen zeigen.

13 Punkte aus fünf Spielen.

15 Tore.

Noch keine Niederlage.

Vier Siege.

Und eine zweite Halbzeit gegen Hannover, die der eigene Trainer als die beste seiner bisherigen Nürnberger Zeit bezeichnet.

Das ist mehr als nur ein heißer August.

Vor einigen Wochen konnte man noch fragen, wie lange Nürnberg dieses Niveau halten kann.

Nach fünf Spieltagen lautet die spannendere Frage inzwischen:

Wie lange kann die Konkurrenz mit Nürnberg mithalten?

Der Club hat noch nichts gewonnen.

Aber eines dürfte spätestens nach diesem Freitagabend klar sein:

Nürnberg ist nicht mehr nur die nette Überraschung der ersten Wochen.

Der FCN gehört momentan zu den Mannschaften, an denen sich das Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga orientiert.