Nürnberg gewinnt inzwischen auch die knappen Spiele: Warum das 1:0 in Karlsruhe so reif wirkte
Der 1. FC Nürnberg bleibt ungeschlagen und hat beim Karlsruher SC erneut gezeigt, warum der starke Saisonstart längst kein Zufall mehr ist. Das 1:0 war kein Spektakel wie einige der ersten FCN-Auftritte. Nürnberg kontrollierte stattdessen weite Teile der Partie, ließ nur wenig zu und hatte mit Mohamed Alì Zoma wieder den Spieler, der im entscheidenden Moment den Unterschied machte.
Erst eine Schrecksekunde, dann übernimmt Nürnberg
Dabei hätte die Partie für den Club beinahe katastrophal begonnen.
Nach wenigen Minuten rutschte Torhüter Jan Reichert eine Rückgabe durch. Der Ball rollte Richtung eigenes Tor und traf nur den Pfosten. Karlsruhe bekam damit früh die Gelegenheit, Nürnberg aus seinem Rhythmus zu bringen.
Doch genau das passierte nicht.
Nach rund zehn Minuten übernahm der FCN zunehmend die Kontrolle. Karlsruhe stand tief, verteidigte kompakt und überließ Nürnberg viel Ballbesitz. Zur Pause lag der Nürnberger Anteil sogar bei 78 Prozent.
Der FCN musste geduldig bleiben – und fand schließlich die Lücke.
Zoma trifft schon wieder
In der 31. Minute gewann Piet Scobel den Ball im Mittelfeld und leitete sofort weiter. Über Javier Fernández kam die Kugel zu Mohamed Alì Zoma, der direkt abschloss und den Ball präzise in den Winkel setzte.
Es war bereits sein sechstes Saisontor.
Die Szene passte perfekt zu Zomas aktuellen Wochen. Erst die erstmalige Berufung in die italienische Nationalmannschaft, nun wieder ein entscheidender Treffer für Nürnberg.
Bemerkenswert ist aber, dass der FCN inzwischen nicht mehr komplett von seinen Toren abhängig wirkt.
Zoma liefert die entscheidenden Momente – die Mannschaft drumherum sorgt dafür, dass diese Momente reichen.
Karlsruhe findet offensiv kaum Lösungen
Nach der Pause versuchte KSC-Trainer Maximilian Senft mit zwei offensiven Wechseln gegenzusteuern.
Tatsächlich kam Karlsruhe kurz nach Wiederbeginn zu einem guten Abschluss durch Jason Ponente-Ramirez. Reichert parierte jedoch sicher. Danach bestimmte Nürnberg wieder über weite Strecken das Spiel.
Scobel hätte nach einer Zoma-Vorlage auf 2:0 erhöhen können, schoss aus kurzer Distanz aber über das Tor.
Genau darin lag der einzige wirkliche Vorwurf an Nürnberg: Die Mannschaft entschied die Partie nicht früher.
So bekam Karlsruhe kurz vor Schluss noch einmal eine große Chance. Ponente-Ramirez kam zentral an der Strafraumgrenze zum Abschluss, verzog aber deutlich. Auf der anderen Seite ließ auch Rayan Ghrieb die endgültige Entscheidung liegen.
Am Ergebnis änderte das nichts.
Ein 1:0, das viel über diesen FCN sagt
Nürnberg hat in dieser Saison bereits gezeigt, dass die Mannschaft Tore am Fließband schießen kann.
In Karlsruhe zeigte sie etwas anderes.
Der FCN konnte ein Auswärtsspiel kontrollieren, ohne permanent Chancen zu produzieren. Er verteidigte die knappe Führung konzentriert und ließ sich auch von der frühen Schrecksekunde nicht aus der Ruhe bringen.
Nach sechs Spieltagen ist Nürnberg weiterhin ungeschlagen. Nur beim 2:2 in Kiel wurden bislang Punkte abgegeben. Mit dem Sieg in Karlsruhe zieht der Club zumindest vorübergehend an Hertha vorbei.
Das ist vielleicht die interessanteste Entwicklung.
Nürnberg muss nicht mehr jedes Spiel spektakulär gewinnen.
In Karlsruhe reichte ein Tor, viel Kontrolle und eine konzentrierte Leistung. Genau solche Siege braucht eine Mannschaft, die dauerhaft oben bleiben will.
Für den KSC wird die Lage dagegen unangenehmer. Seit dem Auftaktsieg gegen Bielefeld wartet Karlsruhe nun seit fünf Ligaspielen auf einen weiteren Erfolg und kassierte bereits die dritte Heimniederlage in Serie.


