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Nürnberg erstmals gestoppt: Was das 2:2 in Kiel zeigt

September 5, 2026 · KlausHuber
Nürnberg erstmals gestoppt - Was das 22 in Kiel zeigt

Nürnberg erstmals gestoppt: Warum das 2:2 in Kiel mehr Warnsignal als Rückschlag ist

Drei Spiele lang kannte der 1. FC Nürnberg in dieser Saison nur Siege. In Kiel endete die perfekte Serie: Der Tabellenführer kam bei Holstein nicht über ein 2:2 hinaus. Die ersten verlorenen Punkte sind für den FCN allerdings noch kein Grund zur Sorge. Vielmehr zeigte das Spiel, wo die Grenzen der bisher so beeindruckenden Nürnberger liegen – und warum die Mannschaft trotzdem weiterhin schwer zu schlagen ist.

Der perfekte Start ist vorbei

3:0 gegen Dynamo Dresden. 4:2 in Fürth. 4:1 gegen Arminia Bielefeld.

Nürnberg war mit neun Punkten und 11:3 Toren in den vierten Spieltag gegangen. Ein weiterer Sieg hätte sogar einen vereinseigenen Startrekord in der 2. Bundesliga bedeutet.

Holstein Kiel verhinderte genau das.

Dabei hatte der FCN durchaus Möglichkeiten, die perfekte Serie fortzusetzen. Mohamed Alì Zoma zwang Timon Weiner schon in der ersten Minute zu einer starken Parade. Später scheiterte auch Finn Becker am Kieler Torhüter.

In der 41. Minute zeigte Nürnberg dann wieder jene Qualität, die den bisherigen Saisonstart geprägt hatte: wenige Kontakte, schnelles Spiel nach vorne und ein konsequenter Abschluss.

Zoma leitete ein, Javier Fernández legte weiter und Adam Markhiyev traf aus rund 20 Metern sehenswert unter die Latte.

Doch diesmal genügte die Führung nicht.

Kiel stellt Nürnberg vor neue Probleme

Noch vor der Pause glich Phil Harres nach einer Freistoßflanke von Adrian Kaprálik aus.

Und unmittelbar nach dem Seitenwechsel kippte die Partie sogar komplett. Nach einem Ballverlust von Zoma startete Kaprálik ein starkes Solo und brachte Kiel in der 50. Minute mit 2:1 in Führung.

Das war eine Situation, die Nürnberg in dieser Saison noch nicht häufig erleben musste.

Der FCN war plötzlich nicht die Mannschaft, die das Spiel kontrollierte und den Gegner zu Fehlern zwang. Kiel hielt dagegen, gewann im Mittelfeld zunehmend Zugriff und zeigte, dass der Tabellenführer verwundbar ist, wenn ein Gegner selbst mutig nach vorne spielt.

Genau deshalb war dieses Auswärtsspiel ein interessanter Test für die Mannschaft von Miroslav Klose.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Nürnberg antwortet

Was danach passierte, spricht wiederum für den FCN.

Nur sechs Minuten nach dem 1:2 war Nürnberg zurück.

Markhiyev brachte den Ball hinter die Kieler Abwehr und Piet Scobel blieb vor Weiner ruhig – 2:2.

Danach hatte Nürnberg sogar genügend Möglichkeiten für den vierten Sieg.

Scobel setzte einen weiteren Abschluss knapp vorbei. William Böving fehlten ebenfalls nur wenige Zentimeter. In der Schlussphase war Weiner bereits geschlagen, als Guillermo Balzi einen Kopfball von Scobel noch auf der Linie abwehrte. Auch Böving hatte in der Nachspielzeit noch eine Chance.

Nürnberg verlor also nicht zwei Punkte, weil die Mannschaft nach dem Rückstand auseinanderfiel.

Im Gegenteil: Der Tabellenführer fand erneut zurück ins Spiel und war am Ende sogar näher am Sieg.

Nicht mehr perfekt – aber weiterhin ungeschlagen

Das 2:2 beendet zwar Nürnbergs Siegesserie, verändert die starke Ausgangslage aber kaum.

Nach vier Spielen steht der FCN bei zehn Punkten und 13:5 Toren. Nürnberg bleibt vorerst Tabellenführer und ist weiterhin ungeschlagen.

Gleichzeitig war Kiel eine Erinnerung daran, dass die ersten drei Siege nicht automatisch bedeuten, dass Nürnberg durch diese Liga marschieren wird.

Die Defensive ließ mehr zu. Kiel konnte das Mittelfeld zeitweise kontrollieren. Und diesmal reichte die enorme offensive Effizienz nicht für drei Punkte.

Miroslav Klose bewertete das Unentschieden entsprechend nüchtern und bezeichnete die Punkteteilung nach dem offenen Spiel als leistungsgerecht.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Nachmittags.

Nürnberg ist nicht unantastbar. Aber selbst an einem Tag, an dem der Gegner echte Probleme bereitet und ein Spiel dreht, findet der FCN eine Antwort.

Für einen möglichen Aufstiegskandidaten ist das möglicherweise wertvoller als eine weitere problemlose Gala.

Holstein Kiel – 1. FC Nürnberg 2:2 (1:1)

Tore:
0:1 Adam Markhiyev (41.)
1:1 Phil Harres (45.+1)
2:1 Adrian Kaprálik (50.)
2:2 Piet Scobel (56.)