Wagners erstes Ligaspiel: Bei Hannover 96 beginnt jetzt die neue Hierarchie
Für Sandro Wagner wird es am Samstag ernst. Nach dem erfolgreichen 2:0 im Test gegen den SC Verl steht beim 1. FC Magdeburg das erste Pflichtspiel als Trainer von Hannover 96 an. Die knapp dreiwöchige Vorbereitungsphase ist damit vorbei, jetzt muss sich zeigen, wie schnell seine Ideen auch unter Zweitliga-Druck funktionieren.
Dabei hat Sandro Wagner bereits deutlich gemacht, dass es ihm nicht nur um Taktik und Trainingsintensität geht. Auch innerhalb der Mannschaft möchte der 38-Jährige Verantwortung neu verteilen.
Stefan Teitur Thordarson bleibt Kapitän
Eine komplette Revolution gibt es bei der Kapitänsfrage nicht. Stefan Teitur Thordarson bleibt Mannschaftskapitän von Hannover 96.
Sandro Wagner will Führung allerdings nicht allein an einer Binde festmachen. Sein Ansatz ist klar: Hannover soll mehrere Spieler haben, die Verantwortung übernehmen, Mitspieler führen und auch in schwierigen Phasen vorangehen.
Beim Test gegen Verl trug zunächst Boris Tomiak die Kapitänsbinde, später übernahm Franz Roggow. Für Wagner war das kein Signal gegen Stefan Teitur Thordarson, sondern eher ein Beispiel dafür, wie breit Verantwortung künftig verteilt werden soll.
Gerade für eine Mannschaft, die nach sechs Spieltagen erst sieben Punkte gesammelt hat, könnte diese Veränderung wichtig werden.
Der erste Test unter Wagner verlief erfolgreich
Sportlich verlief die Generalprobe ordentlich.
Hannover 96 besiegte den SC Verl mit 2:0. Marcel Hartel traf per Elfmeter, Franz Roggow erzielte den zweiten Treffer. Gleichzeitig nutzte Sandro Wagner das Spiel, um verschiedene Strukturen und personelle Varianten auszuprobieren.
Wichtiger als das Ergebnis war die Frage, ob erste Elemente seiner Spielidee bereits sichtbar sind.
Wagner fordert intensives Arbeiten gegen den Ball, schnelles Gegenpressing und klare Reaktionen nach Ballverlusten. Genau daran wurde während der Länderspielpause intensiv gearbeitet.
Gegen Magdeburg wird allerdings ein deutlich anderer Druck entstehen als in einem Testspiel.
Lars Gindorf sorgt vor Magdeburg für ein Fragezeichen
Zusätzlich beschäftigt Hannover 96 eine wichtige Personalie in der Offensive.
Lars Gindorf, mit drei Treffern aktuell bester Hannoveraner Torschütze in der 2. Bundesliga, fehlte zuletzt krankheitsbedingt im Training. Ob er rechtzeitig für Magdeburg wieder vollständig zur Verfügung steht, dürfte für Sandro Wagner besonders wichtig sein.
Gindorf gehört bislang zu den gefährlichsten Spielern der Mannschaft. Sollte er ausfallen oder nicht bei 100 Prozent sein, müsste Wagner seine Offensive schon bei seinem Pflichtspieldebüt anpassen.
Auch Karl Steinmann fällt mit einer Muskelverletzung vorerst aus, während Mustapha Bundu nach seiner Verletzung zumindest wieder individuell mit dem Ball arbeitet.
Gegen Magdeburg zählt erstmals das Ergebnis
Die Schonfrist endet am Samstag.
Hannover 96 steht nach sechs Spieltagen mit sieben Punkten nur im Tabellenmittelfeld. Der 1. FC Magdeburg hat zehn Zähler gesammelt und geht damit vor heimischem Publikum mit der besseren Ausgangslage in das Duell.
Für Sandro Wagner ist es deshalb direkt ein interessantes erstes Pflichtspiel. Seine Mannschaft muss zeigen, ob aus den intensiven Trainingseinheiten tatsächlich mehr Stabilität, Energie und Klarheit entstanden sind.
Der neue Trainer hat in den vergangenen Wochen viele Details verändert. Die Kapitänsbinde bleibt bei Stefan Teitur Thordarson, Führung soll aber auf mehrere Schultern verteilt werden. Das Gegenpressing wurde verschärft, die Trainingsbelastung erhöht und taktische Prinzipien klarer definiert.
Jetzt beginnt der Teil, der am Ende über die Bewertung dieser Veränderungen entscheidet: die 2. Bundesliga.


