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So verändert Sandro Wagner Hannover 96

September 28, 2026 · KlausHuber
Sandro Wagner leitet eine Trainingseinheit von Hannover 96

Mehr Training, klare Abläufe: So verändert Sandro Wagner Hannover 96

Bei Hannover 96 beginnt unter Sandro Wagner eine neue Phase. Der 38-Jährige hat in seinen ersten Tagen als Cheftrainer bereits mehrere Veränderungen vorgenommen und macht deutlich, welche Richtung die Mannschaft künftig einschlagen soll. Mehr gemeinsame Trainingszeit, ein aggressiveres Gegenpressing und klare Regeln sollen 96 nach dem durchwachsenen Saisonstart neue Stabilität geben.

Wagner hatte bei seiner Vorstellung angekündigt, zunächst vor allem arbeiten zu wollen. Inzwischen wird sichtbar, was er damit meint. Der neue Trainer verändert nicht alles, setzt aber an mehreren Stellen klare eigene Schwerpunkte.

Fünf Trainingseinheiten und eine Doppeleinheit

Eine der auffälligsten Neuerungen betrifft den Trainingsumfang.

In einer normalen Woche soll Hannover künftig in der Regel fünfmal auf dem Platz stehen. Zusätzlich ist an einem Tag eine Doppeleinheit vorgesehen. Wagner möchte dadurch mehr Zeit mit seiner Mannschaft verbringen und seine taktischen Vorstellungen schneller verankern.

Gerade jetzt bietet die Länderspielpause dafür eine gute Gelegenheit. Der neue Trainer kann intensiver an Details arbeiten, ohne bereits wenige Tage später wieder ein Pflichtspiel bestreiten zu müssen.

Für Wagner geht es dabei nicht nur um körperliche Belastung. Die zusätzlichen Einheiten sollen vor allem helfen, gemeinsame Abläufe zu automatisieren.

Fünf Sekunden nach Ballverlust

Ein Prinzip steht dabei besonders im Mittelpunkt: das Verhalten unmittelbar nach einem Ballverlust.

Hannover soll versuchen, den Ball innerhalb von fünf Sekunden zurückzugewinnen. Im Training wird dieser Zeitraum sogar aktiv heruntergezählt.

Gelingt die schnelle Rückeroberung nicht, soll sich die Mannschaft anschließend sofort wieder in einer klaren defensiven Ordnung organisieren.

Damit zeichnet sich bereits eine wichtige Idee des neuen 96-Fußballs ab. Wagner möchte eine Mannschaft sehen, die nach Ballverlusten schnell reagiert und dem Gegner möglichst wenig Zeit für einen kontrollierten Spielaufbau gibt.

Gerade dieses Gegenpressing dürfte in den kommenden Wochen eines der zentralen Themen bleiben.

Wagners „Büfett“ nach dem Training

Auch nach dem offiziellen Ende einer Einheit ist die Arbeit nicht zwangsläufig vorbei.

Wagner und sein Trainerteam bieten anschließend zusätzliche Übungen an. Dazu gehören technische Aufgaben, Spielformen und Athletikelemente. Der neue Coach nennt dieses Angebot intern „Das Büfett“.

Die Idee dahinter ist einfach: Spieler können gezielt an Bereichen arbeiten, in denen sie zusätzliche Wiederholungen benötigen.

Individuelles Training soll dadurch stärker in den normalen Wochenablauf eingebunden werden.

Taktische Inhalte direkt aufs Smartphone

Auch bei der Kommunikation setzt Wagner auf einen direkten Ansatz.

Taktische Schwerpunkte und wichtige Informationen sollen nicht nur auf dem Trainingsplatz vermittelt werden. Bestimmte Prinzipien werden im Kabinentrakt sichtbar gemacht und zusätzlich digital an die Spieler verschickt.

WhatsApp spielt dabei eine wichtige Rolle. Termine, taktische Hinweise oder individuelle Rückmeldungen können auf diesem Weg schnell und unkompliziert kommuniziert werden.

Wagner möchte damit offenbar erreichen, dass seine Spielidee nicht nur während der Trainingseinheiten präsent ist.

Nicht alles wird verändert

Trotz der neuen Impulse will Wagner nicht sämtliche bestehenden Abläufe über Bord werfen.

Stefan Teitur Thordarson bleibt beispielsweise Kapitän der Mannschaft. Auch der freie Tag drei Tage vor einem Spiel wird grundsätzlich beibehalten.

Wagner hatte bereits bei seiner Vorstellung erklärt, dass er bei Hannover viele funktionierende Strukturen vorgefunden habe. Sein Ansatz besteht deshalb eher darin, bestimmte Bereiche gezielt anzupassen.

Die ersten Tage zeigen deutlich, dass er dabei trotzdem eine eigene Handschrift entwickeln will.

Erster Test gegen Verl

Die erste Möglichkeit, Wagners Veränderungen unter Spielbedingungen zu beobachten, gibt es am 3. Oktober. Hannover empfängt den SC Verl zu einem Testspiel in der Heinz von Heiden Arena.

Das erste Pflichtspiel des neuen Trainers folgt eine Woche später. Am 10. Oktober muss 96 beim 1. FC Magdeburg antreten.

Bis dahin bleibt Wagner noch Zeit, seine Ideen weiter einzuarbeiten.

Nach sechs Spieltagen steht Hannover mit sieben Punkten im Tabellenmittelfeld. Für den neuen Trainer geht es deshalb nicht nur darum, kurzfristig Ergebnisse zu verbessern. Er versucht zunächst, eine klare Grundlage für die kommenden Monate zu schaffen.

Die Richtung seiner ersten Tage ist jedenfalls eindeutig: mehr Arbeit, mehr Intensität und klar definierte Prinzipien.